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Der besondere Tag

"Es lebten einst sieben Brüder zusammen. Sechs gingen zur Arbeit, der siebte besorgte den Haushalt. Wenn die sechs Brüder müde von der Arbeit heimkehrten, fanden sie das Haus geordnet, das Essen bereitet und alles in bester Ordnung. Darüber freuten sie sich und lobten den siebten Bruder. Aber einer der Brüder wollte klüger sein als die anderen. Er schalt den siebten Bruder einen Faulenzer und Tagedieb, der auch mit zur Arbeit gehen und sein Brot verdienen sollte.


Das böse Wort fand leider bei den anderen Gehör. Sie beschlossen einmütig, dass ihr siebter Bruder nicht länger seines bisherigen Amtes walten sollte. So nötigten sie ihn denn, gleich ihnen Axt und Karst zu nehmen und mit ihnen früh am Morgen an die Arbeit zu gehen. - Als nach langer schwerer Arbeit endlich der Feierabend kam, traten sie alle sieben zusammen den Heimweg an. Müde und abgespannt kehrten sie nach Hause. Aber kein heller, freundlicher Lichtschein winkte ihnen entgegen.


Keine fürsorgende Hand hatte das Hauswesen geordnet und den Tisch gedeckt. Kein Bruder stand an der Haustür und empfing sie mit einem herzlichen Wort. - Jetzt erst merkten sie, wie töricht sie gehandelt hatten, als sie ihren siebten Bruder seines stillen Dienstes enthoben. Sie fühlten sich, weil es ihre eigene Schuld war, doppelt elend und verlassen. Da beschlossen sie, ihn wieder in sein Amt einzusetzen. Das verlorene Glück des Bruderkreises kehrte mit seinem heimlichen Segen zu ihnen zurück.“


Diese Geschichte wiederholt sich jede Woche. Der Sonntag ist unter seinen Werktagbrüdern der Tag, der den anderen sechs Tagen Licht, Heil und Segen bringt. Aber viele von uns haben ihn verstoßen. Nun kommt von ihm keine Kraft, keine Ruhe, kein Frieden mehr. Wir sollten den Sonntag wieder in sein Amt einsetzen. Gott gab uns in der Reihe der Alltage einen besonderen Tag. Er ordnete nach den Arbeitstagen den Ruhetag. Er stiftete in der Abfolge der Werktage den Feiertag. Gott segnete und heiligte den siebten Tag und vollendete seine Schöpfung im Ruhen und Feiern.

Wer sich diesen Tag von Gott und für Gott nicht mehr gönnt, schneidet sich selbst von der Quelle und vom Ziel des Lebens ab. Er vergisst, dass das Leben nicht im Haben, sondern im Empfangen besteht. Er arbeitet nicht mehr, um zu leben, sondern er lebt, um zu arbeiten.

Er gewinnt keinen Tag, sondern er verliert alle Tage.


Wir sollten den Sonntag wieder in sein Amt einsetzen.