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Michael, und jetzt..?

Liebe Freunde, am 18. Juni 2018 erreichte uns die traurige Nachricht, dass unser Freund Pater Michael CPPS (Missionar vom kostbaren Blut) am 17.06.2018 nach kurzer schwerer Krankheit in Neuenheerse verstorben ist.

In Erinnerung bleiben wird uns Michael u. a. durch seine bewegende Hl. Messe am 18.10.2014 am Thierberg, die wir mit ihm gemeinsam feiern durften.

Lange hat er den Freundeskreis mit seinen Gedanken auf unserer Homepage begleitet.

Vielen Dank lieber Michael, Ruhe in Frieden!
In tiefer Trauer, Dein Freundeskreis Victoria

.....aber dein Erbe lebt weiter! In deinem Sinne begleitet uns Stefanie.. ..und jetzt..Stefanie

In den letzten Tagen wurde des 70. Todestages von Martin Luther King gedacht. Er wurde am 4. April 1968 erschossen.

 

„Ich habe einen Traum ...“ – diese Worte kennen fast alle. Und es ist irgendwie eine Ostergeschichte. Luther King hat den gleichen Traum wie dieser Jesus von Nazareth ... Leben in Fülle für alle. Bei Jesus war es der Traum vom Reich Gottes, bei King zumindest für die USA. Und für beide wurde der Traum irgendwie jäh unterbrochen. Dem einen kam das Kreuz in die Quere, dem anderen eine Kugel. Aber beide haben den Tod geahnt oder vorausgesehen und darüber hinaus verwiesen.

Mir sind heute Worte von Martin Luther King wichtig, die ähnlich klingen, wie die Worte des Auferstandenen:

 

„Ich weiß wohl, dass manche unter euch hierher gekommen sind aus großer Bedrängnis und Trübsal. Einige von euch sind direkt aus engen Gefängniszellen gekommen. Einige von euch sind aus Gegenden gekommen, in denen ihr aufgrund eures Verlangens nach Freiheit mitgenommen und erschüttert wurdet von den Stürmen der Verfolgung und polizeilicher Brutalität. Ihr seid die Veteranen schöpferischen Leidens. Macht weiter und vertraut darauf, dass unverdientes Leiden erlösende Qualität hat.

Geht zurück nach Mississippi, geht zurück nach Georgia, geht zurück nach Louisiana, geht zurück in die Slums und Ghettos der Großstädte im Norden in dem Wissen, dass die jetzige Situation geändert werden kann und wird. Lasst uns nicht Gefallen finden am Tal der Verzweiflung.“

 

Wer den Traum vom Leben in Fülle teilen will, der darf nicht nach dem Ort Utopia suchen, sondern muss dahin zurück, wohin er gehört. Unser Osterweg führt in unseren Alltag. Dort gilt es kein Gefallen an Tälern der Verzweiflung zu finden, sondern auf- und einzustehen für das Leben.

 

Ich wünsche uns eine gute Woche

Gedanken sozusagen aus dem „Exil“ … Ich bin am Donnerstag zu einer Reha-Maßnahme aufgebrochen und sitze jetzt hier in einer Kurklinik, nicht allzuweit von zu Hause entfernt. Heute morgen, beim Sonntagsgottesdienst in der Gemeinde hier, da hat es mich dann getroffen. Da steht das Bild vom guten Hirten in der Mitte und der Pfarrer erzählt von „Sorge um den Nächsten“. Da hat sich in mir so manches gewehrt. Ich will ja niemandem Sorgen bereiten. Und letztlich will ich mir auch nicht Sorgen machen müssen, die mir irgendwann sogar den Schlaf rauben könnten.

Auch das Bild vom Hirten scheint nicht mehr so recht zu passen. Ich mag jedenfalls nicht einfach jemandem oder auch irgendwelchen Ideen so wie ein „dummes Schaf“ folgen. Und ich will auch nicht, dass mir jemand auf diese Art und Weise nachläuft … Das hat sich in der Geschichte immer wieder als unheilvoll erwiesen.

Ja, und dann diese idyllische Romantik. Welt ist eher Haifischbecken oder voller Wölfe, als das sie Hirtenromantik bietet.

Das war heute also ein eher schwieriger Vormittag. Ich hab mich auf die Suche nach einer Lösung für mich gemacht. Den Hinweis bekam ich am Kirchenausgang ... eine Tafel mit einem Ausspruch von Romano Guardini.

Die hat mich dazu gebracht, dass ich die „Sorge“ mit „Gastfreundschaft“ übersetze und das Bild vom Hirten und seiner Herde durch einen runden Tisch, mit noch unbesetzten Stühlen ersetze …

„Das Prinzip der Gastfreundschaft meint, dem anderen auf seinem eigenen Weg die Möglichkeit einer Rast bei mir zu gestatten!“ – so ungefähr hat es der Theologe Romano Guardini ausgedrückt. Das biblische Bild der Gastfreundschaft ist wesentlich älter, als das vom Hirten und seiner Herde. Da wird dann aus Sorge Interesse und aus Hirt und Schaf wird interessierte Beziehung. Ja, ich glaube, dieses Bild trifft, das, was Gott für uns bereithält. Er geht unsere Wege mit und er gibt uns Gelegenheit zu Rast, Gespräch und neuer Orientierung, wenn Wege nicht mehr klar und deutlich vor uns liegen.

Hier liegt dann auch unsere Berufung – gastfreundliche Menschen sein oder werden. Ich wünsche mir und uns eine Woche, in der wir uns trauen Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen und auch dem Nächsten anzubieten.

Ich brauche Beziehung ...

Aus: P. Heinrich Stummer, Dir vertraue ich, Gebete, Geschichten, Besinnungstexte, Alfons Liguori Freundeskreis, Ingolstadt 2004.

Ich brauche die Menschen,
die mich gern haben in der Familie,
am Arbeitsplatz, und überall wo ich bin.
Sie machen mich glücklich.
Ich brauche die, die mich nicht gern haben.
Sie geben mir die Erkenntnis meiner Schwächen
und machen mich reifer.
Ich brauche die, die mehr wissen, mehr können oder haben als ich.
Sie helfen mir weiter.
Ich brauche die, die weniger wissen, weniger können oder haben als ich.
Sie geben mir Selbstvertrauen und die Möglichkeit zum Geben.
Ich brauche die, die ähnlich denken und fühlen wie ich.
Sie geben mir den Halt der Gemeinschaft.
Ich brauche die, die ganz anders sind als ich.
Sie bewahren mich vor Enge und Einseitigkeit.

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